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Evang. Martinskirche Kornwestheim
Kirchstraße 13, 70806 Kornwestheim

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Martinskirche

Die Evangelische Martinskirche (Dorfkirche) hat ca. 325 Sitzplätze und ist die älteste der Kornwestheimer Kirchen. Sie hat eine reiche Baugeschichte. Durch Ausgrabungen im Sommer 1967 vor dem Neubau des Schiffes konnten wertvolle Erkenntnisse gewonnen werden. Sie wurden bei einer Ausstellung "Adel-Glaube-Kirche. Die Dorfkirche St. Martin im Laufe der Zeiten" im Herbst 2014 eindrücklich dargestellt.

Baugeschichte

1. Bauphase ca 630/640: erste Holzkirche
2. Bauphase Mitte 8. Jahrhundert: steinerne Saalkirche mit Apsis
3. Bauphase um 1100: unter dem Patronat des Klosters Hirsau wird eine größere Saalkirche mit eingezogenem Rechteckchor errichtet. Erste urkundliche Erwähnung.
4. Bauphase in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts: Nach Kirchenbrand wird nach Übernahme des Patronats durch das Koster Bebenhausen eine neue Kirche mit Rechteckchor udn Chorturm errichtet. Zwischen 1481 und 1495: Erneuerung des Langhauses und neue spätgotische Fenster und Portale unter Pfarrer Jakob Bömler
5.Bauphase Ende des 15. Jahrhunderts bis 1516: Unter Baumeister Hans von Ulm wird ein Neubau konzipiert, aber nur der Chor und Chorseitenturm realisiert. Der geplante Neubau des Langhauses wird wohl wegen Geldmangelns aufgegeben. Bis Ende des 16. Jahrhunderts wird eine moderate Verlängerung des Langhauses nach Westen sowie die Einbringung von dreibahnigen, nachgotischen Fenstern vorgenommen.
1682 Erste Orgel
1773 Turm bekommt Zwiebeldach
1881/82 Turm erhält spitzen Turmhelm, 21 Meter hoch
6. Bauphase 1967/68: Umbau und Renovierung: Vom Schiff bleibt nur die Nordwand stehen und wird - wie bereits Anfang des 16. Jahrhundert vorgesehen - nach Süden erweitert. Chor steht nun mittig zum Langhaus. Verlegung der Orgel von der Empore in den Chorraum.

Im Zusammenang mit dem Umbau werden umfangreiche Grabungen unter Leitung von Prof. Barbara Scholkmann vorgenommen.
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Sehenswürdigkeiten
Chorraum mit schönem Netzgewölbe und Schlusssteinen (Madonna, Hl. Martin, Ottilie, Wendelin, Antonius)
Chorfenster mit biblischen Gestalten (1968)
Tympanon über dem Hauptportal mit der Martins-Legende.

Glocken

Das Geläut der Martinskirche besteht aus vier Glocken:E-Glocke (Dominica und 'Totenglocke, "Laurentius-Glocke"), 1508 Fis-Glocke (Bet-und Vaterunserglocke), 1949 A-Glocke (Kreuz-und Zeichenglocke), 1699 H-Glocke (Tauf-und Segensglocke), 1949
Läuteordnung
Tägliches Tagzeitenläuten:
Morgengebet Montag bis Samstag: 7.00 Uhr 2 Minuten, Betglocke Fis
Mittagsgebet (12.00 Uhr): Kreuzglocke A, 3 Minuten
Sterbestunde Jesu (15.00 Uhr): Kreuzglocke A, 3 Minuten
Abendgebet, 18.00 Uhr im Winter, 20.00 Uhr während der Sommerzeit: Betglocke Fis, 2 Minuten

 

 

Zur Geschichte der ehemaligen Martinsgemeinde

Die Martinsgemeinde war die älteste der ehemaligen vier Kornwestheimer Teilgemeinden. Berühmtester Pfarrer an der Martinskirche war der Pietist und Erfinder Philipp-Matthäus-Hahn, der von 1770-1781 in Kornwestheim war. Hahn war Erfinder und Konstrukteur von Uhren, Waagen, Rechenmaschinen usw. Nach ihm ist das neben der Kirche gelegene Gemeindehaus (ehemalige Zehntscheuer) benannt.Der bzw. die jetzigen Seelsorgebezirke Martinskirche und Heilig-Geist-Kirche umfassen den Norden und Nordosten der Stadt rund um das alte Dorf diesseits und jenseits der Ludwigsburgerstraße bzw. der B 27 (Haldenrain) sowie seit 1996 ganz Pattonville mit der Heilig-Geist-Kirche. Zur Gemeinde gehören derzeit rund 3400 Gemeindeglieder in Kornwestheim

Bilder von der Martinskirche