Sie sind hier: Angebote > Seelsorge

Zu den Angeboten unserer Kirche gehört auch die seelsorgerliche Begleitung von Menschen in den unterschiedlichen Lebenslagen, insbesondere auch in Krisen, Krankheit und im Alter. Gerne können Sie sich an einen Pfarrer oder eine Pfarrerin wenden und mit ihnen ein Gespräch vereinbaren. Für diese Gespräche gilt Vertraulichkeit. Pfarrerinnen und Pfarrer sind verpflichtet, das Beichtgeheimnis (Verschwiegenheit) zu wahren.
Es besteht auch die Möglichkeit zur persönlichen Beichte (siehe unten).


Teilen Sie auch mit, wenn ein Krankenbesuch erwünscht ist oder wenn Sterbende begleitet werden sollen.
In Kornwestheim gibt es auch eine ökumenische Hospizgruppe.
Mitglieder dieser Gruppe sind bereit, Sterbenden auch längere Zeit zur Seite zu stehen.

Ältere Gemeindeglieder werden an ihren (runden) Geburtstagen von einer Mitarbeiterin / einem Mitarbeiter des Besuchsdienstes oder einem Pfarrer / einer Pfarrerin besucht. Dafür gibt es in den einzelnen Seelsorgebezirken unterschiedliche Regelungen.


Beichte
Das Bekennen von Sünde wird als Beichte bezeichnet. Dies kann durch einen Einzelnen oder in der Gruppe geschehen. Lange Zeit hatte die Beichte in der evangelischen Kirche keinen hohen Stellenwert. Auf Martin Luther kann man sich dabei aber nicht berufen. Zwei Aspekte der Beichte sind aus der Sicht des Reformators hervorzuheben: Luther lehnt im Blick auf die Beichte jeden Zwang ab. Ein Christ soll wie zu Gottesdienst und Abendmahl freiwillig kommen. Für Martin Luther ist nicht das Bekenntnis der Sünden, sondern die Absolution "das Hauptstück und das Vornehmste an der Beichte" (Artikel 25, Augsburger Bekenntnis). In der Folgezeit verlor sich aber das Interesse an der Einzelbeichte. Ende des 17. Jahrhunderts wurde durch den "Berliner Beichtstuhlstreit" die Einzelbeichte fast vollends abgeschafft. An ihre Stelle trat die allgemeine Beichte. Erst im 19. Jahrhundert gab es etwa durch Claus Harms und Wilhelm Lohe Ansätze zu einer Neuentdeckung der Einzelbeichte. Dietrich Bonhoeffer brach in seiner Schrift "Gemeinsames Leben" eine Lanze für die Beichte. Er sah in ihr einen Durchbruch zur Gemeinschaft. Schuld macht einsam und isoliert die Menschen untereinander sowie in ihrer Beziehung zu Gott. Erst durch die Beichte werden neue Brücken geschlagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab u. a. der Deutsche Evangelische Kirchentag 1956 in Frankfurt/Main einen Impuls zur Beschäftigung mit der Beichte. Entscheidend ist bei der Beichte, dass herausgestellt wird: Das Bekenntnis der Sünde ist nicht die Hauptsache, sondern der Zuspruch der Vergebung. Unter dieser Voraussetzung verliert das Sündenbekenntnis seinen demütigenden Charakter. Und nur von ihr her kann ein Neuanfang gewagt werden, kann er auch gelingen.